Donnerstag, Juli 05, 2007

lernen oder...

... doch lieber andere Sachen machen?

Man kennt das ja: wenn man für eine Prüfung lernen sollte, fallen einem plötzlich 1000 andere Sachen ein, die man eigentlich noch erledigen müsste...

Doch gestern kam etwas dazwischen, was mir wirklich am Herzen liegt. Ein Newsletter von stopglobalwarming.org aus aktuellem Anlass der liveearth Konzerte rund um die Welt und der Aufruf auch weiterhin aktiv dazu beizutragen, die CO2 Konzentration der Atmosphäre zu senken.

Da dieses Thema eine zeitlang erfreuliche Aktualität und Präsenz in den Medien genoss, aber angesichts vieler andere Probleme und Problemchen im Alltag und der Tatsache, dass die Welt (noch immer) nicht untergegangen ist, an Priorität verloren hat, aber ich der Meinung bin, dass wir uns ständig und immer wieder damit auseinandersetzen müssen, habe ich folgendes e-mail verfasst und an ein paar Freunde verschickt und werde es auch hier nocheinmal zum Besten geben. Vielleicht bringt es ein paar Menschen dazu nachzudenken und umzudenken.

"Hi!

Viel zu viele Menschen wissen viel zu wenig über den Klimawandel, die Erderwärmung, die Folgen, alles was damit zusammenhängt. Sicher, jeder hat schon mal was vom Kyoto-Protokoll gehört, und die ganze Welt sah Bilder vom Tsunami 2004 in Südostasien oder der Überschwemmung von New Orleans nach dem Hurricane Katrina, immer wieder hört man etwas vom Schmelzen der Polkappen und der Gletscher und nicht zuletzt der unnatürlich warme Winter dieses Jahr sogar hier in Österreich.

Aber: wenige recherchieren von sich aus, oder versuchen sich unabhängig von den Medien und ausgestrahlten Filmen oder Dokumentationen zu informieren. Man nimmt, was einem aufgetischt wird. Das ist nicht schlecht, aber dadurch involviert man sich nicht. Es wird nciht zu einer persönlichen Sache und rückt somit immer wieder in den Hintergrund und wird unwichtig bzw. zu etwas "worum sich eh die Politiker oder die grossen Firmen oder Greenpeace oder wer auch immer ..." kümmern müssen.

Daher hier meine Bitte: nehmt Euch etwas Zeit, setzt Euch hin in einer ruhigen Stunde, nützt das Internet und holt Euch selbst Informationen, macht Euch ein Bild, denkt zumindest einmal intensiv darüber nach, was der Klimawandel für Euch bedeutet bevor ihr entscheidet, ob und wie wichtig er für Euch ist.

Ein guter Anfang ist diese site: http://www.stopglobalwarming.org


An Filmen kann ich empfehlen:

"An inconvenient Truth" (dieser Film hat mich das erste mal richtig für dieses Thema sensibilisiert)

und

"Who Killed the Electric Car?" (den kenne ich noch nicht, werde ihn mir aber zulegen)

Wer will kann sich auch gerne die Filme von mir ausborgen bzw. kopieren lassen.


Zum Abschluss noch 2 - von unendlich vielen - nur scheinbaren Kleinigkeiten, die eigentlich haarsträubend unverantwortlich sind:

1.
aus meiner (sehr geschätzten) "Physik für Biologen" Vorlesung: Klimaanlagen. Wie funktioniert so ein Ding? Ohne ins technische zu gehen: die Luft wird abgekühlt (unter einem gewissen Energieaufwand, der dann im Endeffekt ja CO2 in der Atmosphäre bedeutet) und in den Raum geblasen.
So die allgemeine Annahme.
Was aber wirklich passiert: kältere Luft kann weniger Wasser aufnehmen (hat also absolut genausoviel Wasser wie vorher als sie wärmer war, aber relativ ist die Luftfeuchtigkeit höher. Ziemlich schnell werden es 100% und das ist natürlich unangenehm für uns und ausserdem wäre alles irgendwie feucht, weil das Wasser teilweise kondensieren würde. Was macht also die "intelligente" Klimaanlage? Sie kühlt die Luft unter VIEL HÖHEREM ENERGIEAUFWAND auf eine noch niedrigere Temperatur, sodass das überschüssige Wasser (welches die Luft nicht mehr halten kann - über 100% geht nicht) kondensiert. Das Wasser wird weggeleitet und die eiskalte Luft wieder aufgewärmt auf z.B. 20°C, die dann eine zufriedenstellende Luftfeuchte hat...
Und wir kriegen trockene Schleimhäute und eine Erkältung von den Dingern, damits auch nciht umsonst war.... gah!

2.
diesmal darf ich auf die Vorlesung "Struktur und Funktion der Pflanzen" verweisen.
Das Kyotoprotokoll...
Manchmal fragt man sich echt welche Hirnies an so wichtigen Dokumenten mitarbeiten und es wird klar, dass man sich nicht immer auf andere verlassen darf.
In Wäldern wird CO2 langfristig fixiert. Wenn man ALTE Waldbestände abholzt bleiben Reste (Stümpfe, Wurzeln,...) zurück. Aus diesen wird in den ersten Jahren mehr CO2 freigesetzt (durch Veratmung durch Mikroorganismen), als ein neu wachsender Baum aufnehmen kann. Das heisst, selbst wenn für einen abgeholzten Wald ein neuer gepflanzt wird, steigt insgesamt die CO2 Konzentration! Dieser Fakt wird im Kyoto-Protokoll überhaupt nicht berücksichtigt.


Ein paar abschliessende Worte noch ganz kurz: diese Erde ist so wunderschön, ich bin jeden Tag glücklich hier sein zu dürfen, ich freue mich so sehr, die Möglichkeit zu haben, viele wunderbare Dinge überall auf der Welt bestaunen zu dürfen, die Natur bringt einfach unzählige faszinierende, atemberaubende Dinge hervor und diese Welt ist ein so herrlicher Platz das Leben zu geniessen... Respektieren wir das; und bittebitte zerstören wir es nicht.



Hier folgt noch der vorgefertigte part von der liveearth site:

I'm sending you this email as part of my commitment to take action on the climate crisis.
As part of the Live Earth concerts, people are spreading the word about ways to be part of the worldwide effort.

Please go to www.liveearth.org and take action yourself.
You can see all 8 Live Earth concerts live and on demand at www.liveearth.msn.com - and you can take action there, too!

Thank you so much.

Danke!!"