stylishe Genetikprüfung
Die Buntstifte sind gespitzt, der Kopf voller herumbrausender RNA und DNA-Fragmente, die PCR kann man im Schlaf runterbeten, das lac-operon löst Freudensgefühle und den Drang etwas mutieren zu lassen aus, mit Antibiotikaresistenzen auf Plasmiden kann man blind jonglieren und beim Anblick von AAUAAA denkt man nicht an einen Aufschrei, sondern Stop-Sequenz, AUG bedeutet "Start" und auch UAA wird nicht als Urschrei missinterpretiert, sondern gekonnt als Stop-Codon identifiziert.
Der gelernte Genetiker (oder Schweyen-geplagte Student) weiss, wovon ich spreche.
Gestern war die letzte Prüfung des Jahres. Ein letztes mal 2007 durften sich die Biologen in Ihrem Wissen messen und Ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen.
Die nicht sehr vertrauenswürdigen Worte Schweyens noch im Ohr "Es reicht nicht, wenn sie das Gelernte einfach nur verstehen und wiedergeben können..." (?!) fragt man sich kurz vor der Prüfung, ob man nicht doch ein bisschen früher hätte anfagen sollen zu lernen. Allerdings bringt der Satz "... dann setze ich mich ganz gemütlich mit einem Glas Rotwein in den Ferien hin und korrigiere Ihre Prüfungen." wieder etwas Entspannung.
Ausserdem, nachdem man dieses Video gesehen hat -> youtube, ist sowieso klar worum es geht! Die Geburtsstunde der Genetik. *Hach*
Nun, da ich einen etwas umfassenderen Einblick auch in die Erstsemestrigenvorlesungen erhalten habe, muss ich sagen, dass es durchaus einige Vorlesungen gibt, deren Besuch sich als weniger empfehlenswert bis katastrophal erweist. Katastrophal deswegen, weil man nach so einer Vorlesung sich ernsthaft frägt, warum es manchen Leuten, die so offensichtlich nicht das geringste Interesse haben, ihr Wissen anderen zu vermitteln, erlaubt wird zu unterrichten. In diesen Fällen dankt man Gott, dass es keine Anwesenheitspflicht in der Vorlesung gibt, lernt die paar Multiple Choice fragen, welche im Internet kursieren auswendig und schreibt mit null Wissen eine glatte 3 auf den Test. Wenn man Pech hat, handelt es sich um ein Stoffgebiet, welches einen interessiert. Dann hockt man eben vor Wikipedia und liest nach...
Glücklicherweise handelt es sich hierbei um Ausnahmen, trotzdem, man lernt Leute wie Schweyen und Co. zu schätzen.
Die Vorlesungen sind fesselnd und die Prüfung zielt auf Verständnis ab. Das gibt einem nicht nur das Gefühl stolz auf die erbrachte Leistung sein zu können, sondern viel wichtiger, man hat etwas brauchbares gelernt, was man später zum Einsatz bringen kann.
Nun, ich bin ein kleiner Genetikfreak und deswegen ist meine Meinung vielleicht etwas beeiflusst, aber ich muss sagen, das war eine der wenigen Prüfungen, für die ich gelernt habe, weil ich es wollte und nicht, weil ich musste.
Abschliessen möchte ich heute mit einem weiteren Zitat: "... dann ist es im schlimmsten Fall nur noch mühsam, nicht mehr prinzipiell kompliziert..." [Boresch, Mathematik für Biologen, Thema: Differentialgleichungen]
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